Der Kater wurde erschossen. Anschließend gelangten sein Fell und sein Skelett ins Museum. Dort wurden sie aufbewahrt. Das ist ein Ende, das man einem Kater nicht wünscht, auch wenn seine Personalakte wenig zu seiner Verteidigung beiträgt.
Tiere aus dem Zoo kamen durchaus ins Naturkundemuseum, wenn sie starben. Dieser Fall war anders: Der Kater hatte nie zur Sammlung des Zoos gehört. Er war dort ohne Einladung erschienen, hatte Ärger verursacht und landete am Ende trotzdem in einer Sammlung. Die Verwaltung fand offenbar auch für diese Laufbahn eine passende Nummer: NH:1906.483.1.
Mehr gibt der überlieferte Eintrag nicht her. Kein Name, kein dramatisches Verfolgungsprotokoll, keine Aussage darüber, welche Tiere betroffen waren. Man könnte all das erfinden und bekäme eine bessere Legende. Die kleine wirkliche Geschichte ist seltsam genug: Ein Eindringling im Zoo blieb der Nachwelt erhalten, weil jemand gewissenhaft aufschrieb, woher der neue Museumskater kam.

